Aktuelles
AWO-Ortsvereine.
Was macht die AWO eigentlich?
Unter dieser Überschrift hatte der AWO Ortsverein Straubing-Leiblfing am Samstag alle Neu-Mitglieder in die Begegnungsstätte eingeladen. Zur Überraschung der Verantwortlichen interessierten sich auch etliche "Alt-Mitglieder" für dieses Thema, sogar der Ehrenvorsitzende der Kreisverbands, Reinhold Perlak.
Mit einem Film über die Anfänge der AWO (Arbeiterwohlfahrt) von ihrer Gründung durch Marie Juchaz 1919 über das Verbot durch die Nazis und die Verfolgung der Führungspersonen bis zu Neugründung nach Kriegsende, dem Wiederaufbau der Organisation, den Hilfen für die Kriegsopfer bis zur Neuzeit konnte den Anwesenden die über 100-jährige Geschichte der AWO nähergebracht werden.
Nachdrücklich betont wurden die Werte der AWO: Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, die damals wie heute Gültigkeit haben.
Vorsitzende Christa Brunner hatte für jeden dieser Begriffe einen Zettel mitgebracht auf dem jeweils eine Arbeitsgruppe klären sollte: Was bedeuten diese Werte heute. Mit großer Ernsthaftigkeit wurden die Themen bearbeitet. Zu jedem Begriff erläuterte Irene Ilgmeier dann die jeweilige Definition der AWO , bevor sie mit ihrer Präsentation über die AWO in Straubing - gesamt und insbesondere den Ortsverein - begann.
Kaum jemand wußte, dass die AWO in Straubing 1945 durch Herta Neumeier und Günter Hilmert als ehrenamtlicher Verein gegründet wurde, mit Essen und Kleidung die Menschen in der Stadt - auch die vielen Flüchtlinge - unterstützte, schon 1948 ein Haus am Wundermühlweg bezog in dem Tage- und Wochenweise Stadtranderholungen stattfanden, dass Herta Neumeier bereits Ende der 1960iger Jahre Urlaubsreisen nach Italien organisierte oder dass 1977 die erste Hausaufgabenstube (heute: Hort) in Straubing durch die AWO eingerichtet wurde.
In der Präsentation konnte Irene Ilgmeier darstellen, dass sich die AWO in Straubing heute zu einem mittelständigen Unternehmen entwickelt hat, das auf zwei Säulen steht: Der AWO Soziale Dienste GmbH und dem nach wie vor ehrenamtlich tätigen Kreisverband. Gemeinsam werden 250 Mitarbeiter*innen beschäftigt. So kann das größte Kindergartenangebot in Straubing gestellt, Jugendhilfe und Jugendwohnen in jedweder Form realisiert, Horte und Ganztagsschulen angeboten bzw. betreut werden.
Die Mitarbeiter*innen in der Sozialstation unterstützen mehr als 190 Menschen durch ambulante Pflege und Haushaltshilfen, bieten Angehörigenberatung und Demenzbetreuung. Im Wohnpflegeheim finden 24 schwerstbehinderte Bewohner ein Zuhause.
Nicht vergessen werden dürfen die Reisen in Deutschland und Europa, an denen in diesem Jahr rund 240 Reisegäste teilgenommen haben, sowie die 14-tägigen Tanznachmittage, beides wird vom Kreisverband angeboten.
Der AWO Ortsverein ist ausschließlich ehrenamtlich tätig und bietet mit nicht nur für seine Mitglieder, sondern für alle Menschen ein vielfältiges Angebot, das von Seniorentreff, Seniorensport, Joga, Gedächtnistraining über große Feiern wie Muttertagsfeier, Sommerfest und ganz- halb- und mehrtages Fahrten bis zu Informations- und Diskussionsveranstaltungen reicht.
OV Vorsitzende Christa Brunner schilderte den Mitgliedern die Entstehungsgeschichte der neuen AWO-Begegnungsstätte. Das vorhandende Haus, Baujahr 1948, war vollig marode und feucht. Es konnte und durfte nichts mehr darin veranstaltet werden. Eine Sanierung wurde von Fachleuten ausgeschlossen. „Da bin ich 2014 auf die Idee gekommen, einen Neubau zu errichten. Der Vorstand hat diese Idee mitgetragen und so wurden Pläne gezeichnet und Genehmigungen eingeholt. Nun fehlte nur noch Eins: Das notwendige Geld. In unzähligen Veranstaltungen und Aktionen, mit Spendenbitten bei allen möglichen Organisationen, bei der Stadt und dem Landkreis und vielen weiteren haben wir es dann schlussendlich geschafft“ so die Vorsitzende. Am 26. Oktober 2020 fand die Eröffnung statt und am 27. Oktober kam der Corona Lockdown und das Haus musste für fast ein Jahr geschlossen werden.
Mittlerweile ist die Begegnungsstätte bei fast allen Veranstaltungen zu klein geworden. Der Vorstand plant dehalb eine Erweiterung des Gebäudes und hofft, alle dazu notwendigen Genehmigungen zu bekommen und das erfoderliche Kapital aufzubringen.
(ilg)


